Wir fördern Public Interest Tech

Die nächste Bewerbungsphase startet am 1. Februar 2022.

Systemische Herausforderungen, konkrete Lösungsansätze – gemeinsam erforschen und erproben wir neue Wege für technische und soziale Innovationen: Der Prototype Fund unterstützt Hacker*innen, Datenjournalist*innen und andere kreative Software-Entwickler*innen dabei, ihre Ideen vom Konzept in einen Prototyp umzusetzen.

Als einzelne Entwickler*innen oder kleine interdisziplinäre Projektteams erhaltet ihr vom Bundesministerium für Bildung und Forschung über sechs Monate bis zu 47.500 €. Mit dieser Förderung könnt ihr Code schreiben und einen ersten Prototypen eurer Software entwickeln. Außerdem vernetzen wir euch mit Tech- und anderen relevanten Communities, unterstützen euch mit Coachings und beraten euch in der Projektumsetzung und Kommunikation.

Bewerbt euch – als Entwickler*in oder in einem kleinen Team – mit eurer Idee für innovative Open-Source-Software bis zum 30.09.2021 (23:59 Uhr) für die 11. Runde des Prototype Fund. Die Ausschreibung ist themenoffen. 

Im Trendreport, in dem wir zu Beginn jeder Runde einen forschenden Blick auf aktuelle technologische Entwicklungen werfen, haben wir uns mit Technologien und der Zukunft der Arbeit  beschäftigt. Ihr könnt, müsst in eurer Bewerbung aber nicht auf die im Report angeschnittenen Themen eingehen. 

Arbeit spielt eine zentrale Rolle für Teilhabe in der Gesellschaft, prägt Zusammenhalt, Gesundheit und Wohlbefinden sowie gesellschaftliche Strukturen. Technische Innovationen in diesem Bereich können deswegen unmittelbare Auswirkungen auf das Gemeinwohl haben. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, dass die entsprechenden Technologien mit einem Fokus auf Nutzer*innen sowie einem gesellschaftlichen Mehrwert entwickelt werden. 

Mögliche Handlungsfelder im Themenfeld Technologie und die Zukunft der Arbeit sind u. a.:

  • der Einsatz von Anwendungen Künstlicher Intelligenz zur Organisation und Kontrolle von Arbeit – wie kann dies gelingen, wenn gleichzeitig Rechte und Datenschutzbestimmungen gewahrt und Überlastung und Burnout bei Angestellten verhindert werden sollen? Wie können Arbeitnehmer*innen befähigt werden, hier selbst erwünschte Tools mitzuentwickeln?
  • Clickwork: Im Sinne einer Reduzierung von Personalkosten oder einer Profitmaximierung werden derzeit Arbeitsbereiche bewusst automatisiert – häufig nicht im Sinne der Betroffenen. Da hier oft Arbeitnehmer*innenrechte unterlaufen werden, braucht es dringend ermächtigende Infrastrukturen, die ein selbstbestimmtes Arbeiten ermöglichen, neue kollektive Eigner*innenmodelle und die Digitalisierung von Gewerkschaftsstrukturen.
  • Arbeitnehmer*innenrechte: Technologien können entwickelt und eingesetzt werden, um Arbeitnehmer*innen zu unterstützen und deren Rechte zu schützen. Welche Faktoren und Bereiche sind hier besonders entscheidend – und welche theoretischen Ansätze können in die Praxis übernommen werden?
  • Zugang zu Arbeit & (Robotic) Assessment Center: In der Ausschreibung von Jobs werden algorithmische Systeme eingesetzt und im Personalmanagement immer häufiger auf  software-basierte Persönlichkeitstests gesetzt, die auf der Auswertung biometrischer Daten beruhen. Diese schreiben u. a. Frauen oder People of Color bestimmte Eigenschaften zu. Wie können hier Ansätze entwickelt werden, die dafür sorgen, dass bestehende Biases gebrochen werden und Maschinen nicht über die Lebenschancen von Menschen bestimmen? Wie könnte digitale “affirmative action” aussehen?

Die themenoffene Ausschreibung bedeutet, dass ihr uns alle Projektideen im Bereich Public Interest Tech und unserer vier Förderschwerpunkte Civic Tech, Data Security, Data Literacy und Softwareinfrastruktur zukommen lassen könnt, auch wenn sie im Trendreport nicht angesprochen werden. Wichtig ist, dass es sich um Technologien mit Gemeinwohlbezug handelt – und ihr alle Förderkriterien erfüllt. Eine gute Idee davon, wie dies in der praktischen Anwendung aussieht, geben euch die mehr als 200 aktuellen und ehemaligen Förderprojekte.

Ob neues Tool oder innovativer Einsatz: Für uns ist klar, dass alle Innovationen im öffentlichen Interesse anpassbar und zugänglich bleiben müssen. Deshalb fördern wir ausschließlich Open-Source-Projekte. Wir wollen gemeinsam herausfinden, wie Technologien so entwickelt werden können, dass sie der Gesellschaft nutzen. Dabei interessiert uns auch, wie wir auf dem Weg dorthin Bürokratie reduzieren, Communities aufbauen sowie Skillsharing und Lernen fördern können.

Wir möchten explizit alle Menschen, die zu in der Softwareentwicklung bisher unterrepräsentierten Gruppen zählen, ermutigen sich für die Förderung zu bewerben. Ihr könnt euch während des Bewerbungszeitraums jederzeit an uns wenden.

Wenn ihr Fragen zum Bewerbungsprozess oder zur Förderung habt, findet ihr die Antworten in unseren FAQ.

10,3 Mio. €

BISHER BEWILLIGT

248

GEFÖRDERTE PROJEKTE (inkl. #wirsvsvirus)

47.500€

MAX. FÖRDERUNG PRO PROJEKT

Public Interest Tech

Entwickler*innen aus der Zivilgesellschaft gestalten Technologien, die die Bedürfnisse der Nutzer*innen in den Mittelpunkt stellen und frei verfügbar sind. Diese bilden - unabhängig von ihrer (finanziellen) Verwertbarkeit - die Grundlagen unseres (digitalen) Zusammenlebens und schaffen gesellschaftlichen Mehrwert.

Förderung

Gefördert werden selbstständige Programmierer*innen und kleine Teams, die ihren Wohnsitz in Deutschland haben. Jedes Projekt wird mit maximal 47.500€ unterstützt. Von 2016 bis 2024 werden in 16 Förderrunden jeweils bis zu 25 innovative Projekte gefördert.

Zeitrahmen

Für die Umsetzung vom Konzept bis zum Prototyp habt ihr 6 Monate Zeit.

Open Source

Eure Ergebnisse müssen unter einer Open-Source-Lizenz öffentlich zugänglich gemacht werden.