Welche gesellschaftliche Herausforderung wird mit eurem Prototypen adressiert?

Städte sind Ressourcenfresser. StadtbewohnerInnen können dem entgegenwirken: durch selbstinitiierte Projekte, die die Stadt nachhaltiger machen, denn sie sind ExpertInnen für ihre Stadtkontexte.
Trotzdem werden BürgerInnen bislang nur unzureichend in die nachhaltige Stadtentwicklung eingebunden.
Sie würden Stadt gern mitgestalten, wissen aber oft nicht wie.
Für Kommunen stellen diese Menschen ein enormes Potenzial als Wissensträger und Stadtgestalter dar. Im BMBF-geförderten Zukunftsstadt-Projekt Dresdens wurde ein solcher Befähigungsprozess vorgedacht und ausprobiert.
8 Bürgerprojekte werden ab 2019 im Reallabor umgesetzt, um Dresden nachhaltiger zu machen und den Ressourcenverbrauch zu senken.
Eine OpenSource-Software soll das Verfahren nun für andere Städte nutzbar machen und konträr zu anderen Beteiligungstools nicht auf Diskussionsräume, sondern auf Umsetzungshilfe setzen.
FutureCityProjects stellt eine Projekt-Entwicklungs-Plattform zur Verfügung, die BürgerInnen befähigt, Projekte co-produktiv schrittweise bis zur Umsetzungsreife zu entwickeln und antrags- oder umsetzungstauglich zu machen: inklusive Maßnahmen-, Zeit- und Finanzplan.
Die Online-Plattform hilft dabei nicht nur, alle relevanten Informationen für ein Projekt zu strukturieren, sie ist auch eine Lern-Plattform für unerfahrene Projekt- MacherInnen, weil sie die NutzerInnen in einem Schritt-für-Schritt-Prozess durch den Projektentwicklungsprozess leitet.

Wie geht ihr das Problem an?

In der Konzeptionsphase werden die Erfahrungen aus dem Zukunftsstadt-Projekt strukturiert und in ein Lastenheft formuliert inkl. Use-Cases, Datenkatalog, Workflow-Design, Funktionsbeschreibungen. In der Programmierphase werden die Anforderungen des Lastenhefts in Software umgesetzt. Aufscheinende Programmier-Probleme werden über eine Anpassung der Konzeption gelöst. In der Phase der Usability-Optimierung werden grafische Elemente erstellt und HTML/CSS so angepasst, dass für die Nutzer eine moderne, selbsterklärende und leichtgängige Nutzungserfahrung entsteht.
Das Projekt wird als Webapplikation umgesetzt, um auf vielen Geräten nutzbar und für alle zugänglich zu sein. Es wird auf responsives Design und Accessibility geachtet. Die Applikation basiert auf PHP & Symfony und ist damit auf vielen Servern aufwandsarm einsetzbar, auch in Container- Umgebungen. Um die Weiternutzung der entstehenden Daten zu ermöglichen und die Darstellung der Projekte nicht an die Applikation zu binden werden die Projektinformationen über eine JSON-REST-API verfügbar gemacht. Bei der Entwicklung wird soweit möglich auf erprobte OpenSource- Bibliotheken und -Tools zurückgegriffen um den Einstieg für zukünftige Weiterentwicklung durch andere leicht zu gestalten und Neuentwicklungsaufwand zu minimieren.

An wen richtet sich euer Tool?

Zielgruppe A sind die die BürgerInnen der Städte.
Zielgruppe B: Die Stadtverwaltungen. Städte suchen zunehmend nach Wegen zur Bürgerbeteiligung und nach Smart-City-Anwendungen. Das Tool soll den Stadtverwaltungs-Abteilungen helfen, mit knappen Personalressourcen nachhaltige Beteiligungsprozesse umzusetzen und Bürgerprojekte zu unterstützen.
Über den Einsatz bei den Städten werden die BürgerInnen erreicht. Außerdem kann die Software als eigenständige Plattform online betrieben werden, um Bürgern unabhängig von ihrer Stadtverwaltung Projektentwicklung zu ermöglichen.

Logo: Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
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