Wahl-o-Mat Rückwärts aka Metawahl

Vincent Ahrend  

Welches Problem willst Du mit Deinem Projekt lösen?

Der Wahl-o-Mat ist ein beliebtes Tool, um sich im Vorfeld einer Wahl einen Überblick über Positionen der Parteien zu verschaffen. Unsere Wahlentscheidungen sollten sich allerdings nicht nur an den Versprechungen für die Zukunft, sondern auch am tatsächlichen Verhalten der Parteien in der Vergangenheit orientieren. Diese gerät im Zuge der auf den Moment ausgerichteten Medienberichterstattung leicht aus dem Blickfeld und wird auch vom Wahl-o-Mat bisher nicht abgebildet.

Wie löst Dein Projekt das Problem?

“Wahl-o-Mat Rückwärts” bietet eine Adaption der Mechanik des Wahl-o-Maten auf die jüngste Vergangenheit der zu wählenden Parteien. Zunächst werden Nutzer gefragt, wie sie zu Thesen und Streitfragen stehen, die in der ablaufenden Legislaturperiode von besonderer Bedeutung waren. Anschließend wird diese Stellungnahme mit einer Selbsteinschätzung der Parteien verglichen, um zu bestimmen, welche Partei sich am ehesten der politischen Verortung des Nutzers entsprechend verhalten hat. Als technische Neuerung zum herkömmlichen Wahl-o-Maten sollen Nutzer nun allerdings auch die Möglichkeit bekommen, die Selbsteinschätzung der Parteien zu hinterfragen. Hierzu bietet der “Wahl-o-Mat im Nachhinein” die Möglichkeit, Kritik an einzelnen Punkten in Form von kurzen Aussagen (zB 160 Zeichen + Weblink zu einer Quelle) einzureichen und die Kritik anderer Nutzer in Bezug auf ihre Validität zu bewerten. Gegenebenfalls kann hierdurch sogar die Selbsteinschätzung der Partei umgeworfen werden. Hierdurch werden die Parteien dazu gebracht, sich von vornherein wahrheitsgemäß einzuordnen und es gibt das Potential für wichtigen politischen Diskurs.

An wen richtet sich Dein Tool?

Zielgruppe sind alle Bürger, aber insbesondere Wähler der 2018 in Niedersachsen und Schleswig-Holstein stattfindenden Wahlen. Durch Entwicklung dieser Software als Open Source-Projekt kann sie auch für alle zukünftigen Wahlen eingesetzt werden. Nutzer profitieren, indem dieses Projekt die für Wahlen zwar besonders wichtige, aber oft vernachlässigte Vergangenheit der Parteien beleuchtet und ihnen damit eine besser informierte Wahlentscheidung ermöglicht. Außerdem werden Parteien gezwungen, sich ehrlich noch einmal mit der ablaufenden Legislaturperiode auseinanderzusetzen, statt sich ausschließlich auf die Zukunft zu fokussieren.

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