Projektstatus: In Arbeit

The Open Hearing Project

Wir ermöglichen Menschen, den Klang ihrer Hörverstärkung an individuelle Bedürfnisse anzupassen.

Peggy Sylopp
#Runde11  #Audio/Video  #Diversität/Inklusion 
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Welche gesellschaftliche Herausforderung adressiert euer Prototyp?

Während etwa jede 6. Person an einem Hörverlust leidet, verwenden in Deutschland nur etwa 75 Prozent der betroffenen Personen eine Hörunterstützung. Die wachsende Anzahl von Berufstätigen über 60 Jahren mit einem unversorgten, altersbedingten Hörverlust nimmt außerdem drastisch zu. Dies bringt erhebliche persönliche sowie volkswirtschaftliche Schäden wie Arbeitsausfälle, Depressionen und Demenz mit sich.

Hinzu kommt, dass unter den bereits zu wenig verbreiteten Hörgeräten fast jedes zweite nach einer Erstanpassung bei einer*m Hörakustiker*in wieder zurückgegeben wird. Dies liegt besonders daran, dass Lösungen überwiegend auf Hörfähigkeitsmessungen basieren, die oft nur wenig über Klangpräferenzen der betroffenen Person aussagen. Als Konsequenz treffen Hörgerät-Algorithmen oft nicht den persönlichen Bedarf an Klangverstärkung, was zu erhöhter Frustration bei Betroffenen führt.

Die Möglichkeit der Selbstanpassung des Klanges des eigenen Hörgerätes kann zu höherer Zufriedenheit, weiterer Nutzung und damit gesamtgesellschaftlichen Vorteilen führen. Dafür steht jedoch noch keine Open-Source-Lösung zur Verfügung, weswegen The Open Hearing Project (TOHP) eine App entwickelt, mit der unentgeltlich Umgebungsklänge nach individuellen Präferenzen angepasst werden können und damit den von Hörverlust Betroffenen wieder eine niederschwellige Teilhabe an einer Community ermöglicht.

Wie geht ihr das Problem an?

TOHP realisiert eine Android App, mit der Umgebungsklänge intuitiv anpassbar und in Echtzeit mit einer Latenz von unter 10 ms auf dem Android-Endgerät verarbeitbar sind. Dazu wird Oboe benutzt, eine C++-Bibliothek, die auf leistungsstarke Audio-Apps spezialisiert ist. Diese Bibliothek wird mit den Open-Source-Algorithmen der open Master Hearing Aid erweitert. Dadurch kann die App auf Funktionen wie Mikrofon- und Kopfhörer-Kalibrierung, Multiband-dynamische Kompression, Noise-Unterdrückung und adaptives Feedback Cancelling zurückgreifen.

Bestimmte Klangeinstellungen der User*innen sind lokal speicherbar und wieder abrufbar, wobei die Steuerung auf dem im “liketohear”-Prototype verwendeten GUI aufbaut und als Java-Anwendung in die App integriert wurde. Darüber hinaus ist eine Open-Source-Kommunikationserweiterung für Community-Building und Informationsaustausch in der App integriert.

An wen richtet sich euer Tool?

Die Zielgruppe sind Nutzer*innen von Hörgeräten, die darauf angewiesen sind, dass die Technologie auf ihre medizinischen Bedürfnisse abgestimmt ist, sowie die Menschen, die mit ihnen kommunizieren möchten.