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Sensor.Community – Ökosystem aller Luftdaten-Community-Projekte

Lukas Mocek , David Lacckovic , Rajko Zschiegner  

Welche gesellschaftliche Herausforderung adressiert euer Prototyp?

Luftdaten.info ist ein Citizen Science Projekt, das 2015 in Stuttgart gestartet wurde. Die Mission bestand damals darin, Daten zur Luftqualität zu quantifizieren und Bürger*innen vor Ort besser in die Lage zu versetzen, zu verstehen, wie sich Feinstaub auf ihr tägliches Leben auswirkt, als Reaktion auf die zunehmenden ökologischen Bedenken. Im Vordergrund steht der demokratisierte Zugang zu zuverlässigen Luftqualitätsdaten für Bürger*innen. Mit dem Fachwissen des Gründungsteams wurde ein Do-it-yourself-Kit zusammengestellt und in Wohnungen, Schulen und Arbeitsplätzen eingesetzt.
Sensor.Community ist ein neues Vernetzungsprojekt zwischen den Bürgerwissenschaftler*innen, um Kommunikation und Interoperabilität mit Partnerprojekten innerhalb des Luftdaten.info-Kosmos zu optimieren.
Bereits über 8000 Menschen aus 57 Ländern (Stand März 2019) haben aktive Luftqualitätssensoren installiert, die automatisch Feinstaub (PM2,5 und PM10), Temperatur- und Feuchtigkeitsdaten messen– und sich damit einem globalen Netzwerk aus Freiwilligen angeschlossen.
In vielen Bereichen fehlt es an einer skalierbaren Infrastruktur welche die Vielzahl an Erweiterungen für andere Teilnehmer*innen zugänglich macht.

Wie geht ihr das Problem an?

Alle jemals mit dem Luftdaten-Kit gemessenen Daten werden in Form eines Archivs zum freien Download angeboten, die aktuellen Messwerte sind mittels einer offenen Sensor- API in zahlreichen Partnerprojekten eingebunden.
In der globalen Community-Karte auf der Luftdaten-Website werden die aktuellen Werte visuell leicht verständlich dargestellt.
Die Daten werden alle zweieinhalb Minuten aktualisiert und jeder Sensor kann mit einer eigenen, eindeutigen ID auf der Community-Karte identifiziert werden. Nun soll das Projekt weiterentwickelt werden und noch interoperabler werden: es gilt, den bisher autonomen Gruppen eine fundierte Basis zu geben, sich untereinander zu vernetzen und auszutauschen.
Sensor.Community soll vor allem auf eine besser skalierbare Server-Infrastruktur aufbauen. Hierbei wird das Projekt Unterstützung von bereits etablierten Projekten wie Wikimedia und OpenStreetMaps erhalten.
Der Luftdaten-Community soll ein self-hosted Mattermost Server mit vielen Kanälen bereitgestellt werden, was Micro-Konversationen und effizienteres Arbeiten in kleineren Arbeitsgruppen ermöglichen soll.
Die bisherige SensorDaten-API wird um die standarisierte SmartIOT-API ergänzt. Die bisherigen Parallelstrukturen von MongoDB und InfluxDB sollen abgebaut und in ein einheitliches Format gebracht werden.
Das Einbinden der standarisierten Smart-IOT-API würde das automatisierte Einbinden des Luftdaten-Datensatzes in weltweite Datenbanken,die von wissenschaftlichen Instituten abgerufen werden, erlauben.

An wen richtet sich euer Tool?

Zielgruppe sind Initiatoren von Anschlussprojekten wie auch einzelne Bastler*innen, Programmierer*innen und Schüler*innen, die zur Teilnahme und zum weiteren Experimentieren inspiriert werden sollen.

Logo: Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Logo: Open Knowledge Foundation Deutschland