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StalkerBuster

Petra Hagemann , Uli Fouquet  

Wie Reports und Recherchen aus der letzten Zeit deutlich gemacht haben (s. u.a. diesen Vortrag), verbreitet sich digitales Stalking immer mehr. Dabei werden z. B. Smartphones von Partner*innen oder anderen vertrauten Personen ausgelesen oder anderweitig manipuliert, um Opfer sozial zu kontrollieren. “Werde ich über mein Handy unbemerkt getrackt oder gestalkt? Macht es Sachen, von denen ich nichts weiß?” Der StalkerBuster soll dabei helfen, diese Fragen zu beantworten und Kontrolle und Vertrauen in die eigenen Kommunikationsgeräte zurück zu gewinnen. Dazu protokolliert und analysiert das Programm (nach der expliziten Autorisierung vom Mobilgerät aus) den vom Gerät ausgehenden Internetverkehr. Das Protokoll dieses Netzverkehrs wird aufbereitet, um eine rasche Einordnung der Situation zu erlauben. Außerdem sichert die App Daten-Material für tiefergehende Untersuchungen. Filterung und Analyse des Netzwerktraffics geht dabei auf öffentlich einsehbare Regeln zurück.

Welches Problem willst Du mit Deinem Projekt lösen?

Digitales Stalking verbreitet sich immer mehr. Dabei werden z. B. Smartphones von Partner*innen oder anderen vertrauten Personen getrackt, ausgelesen oder anderweitig manipuliert, um Opfer sozial kontrollieren zu können (vgl. hier). Taucht ein solcher Verdacht auf, ist er technisch meist nur aufwändig zu überprüfen und zu belegen. Dies betrifft nicht nur die Opfer selbst, sondern auch Berater*innen in spezialisierten Frauenzentren etc. Der StalkerBuster kann hier rasche, begründbare Einschätzungen ermöglichen, aufgrund derer Betroffene und Berater*innen informiertere Entscheidungen in einer sozial heiklen Situation treffen können.

Wie löst Dein Projekt das Problem?

Der Stalkerbuster soll eine Software werden, die auf Wunsch den Netzwerkverkehr eines zu untersuchenden Geräts mitschneidet und analysiert. Die Analyse kann live oder mit gespeicherten Daten erfolgen – und zwar sowohl im offenen als auch geschützten Modus. Konfiguration und Steuerung erfolgen über ein einfach zu bedienendes Web-Interface. Die Filterung und Analyse des Traffics soll mit Regeln aus einer offenen, community-orientierten Datenbank erfolgen, die als Website mit JSON-API einsehbar ist. Zu überprüfende Geräte müssen sich explizit mit dem StalkerBuster verbinden und diesem die Analyse des Traffics gestatten. So soll Kontrolle und Vertrauen in die Kommunikationsgeräte wieder aufgebaut werden. Das Projekt wird entwickelt in Kooperation mit Leena Simon (IT-Beraterin beim FRIEDA-Beratungszentrum für Frauen).

An wen richtet sich Dein Tool?

Zielgruppe sind Betreuer*innen in Frauenzentren, Heimen für Zufluchtsuchende, Schulen etc., die nicht die Kapazitäten oder Expertise haben, um eingehende Geräte-Analysen vorzunehmen. Da es sich hier um ein soziales Problem handelt, kann Technik nur unterstützen und nicht selbst die Lösung darstellen. Das Projekt steht mit Berater*innen aus Frauenzentren in Verbindung, die die Entwicklung begleiten.

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