Project status: In Arbeit

SARchive

Wir führen Daten zur Migration über das Mittelmeer zusammen und machen sie zugänglich.

Mareike Ippen, Nicolas Zemke, Sascha Kiefer (Contributor)
#Round9  #Plattformen  #Transparenz 

Welche gesellschaftliche Herausforderung adressiert euer Prototyp?

Täglich steigen Menschen in seeuntüchtige Boote, um nach Europa zu gelangen und nahezu täglich ertrinken Menschen bei dem Versuch. Die genaue Zahl der Toten ist jedoch unklar: Zahlen zu Ankünften in Europa werden missbraucht, um Angst vor Einwanderung zu schüren und NGOs für Schleppertätigkeiten zu kriminalisieren. NGOs stehen Staaten, die über vielfache Kapazitäten für Monitoring und Erhebungen verfügen, ohnmächtig gegenüber und die Zivilgesellschaft ist nicht ausreichend über die Geschehnisse auf dem Mittelmeer aufgeklärt.

Das SARchive soll Transparenz schaffen und eine integrierte Übersicht der Informationen bieten, die bisher von verschiedenen NGOs gesammelt werden.

Wie geht ihr das Problem an?

Das SARchive ist eine historische Datenbank, die als unabhängige Stelle bestehende Daten verschiedener NGOs zur Migration über das Mittelmeer zusammenführt sowie mit Hilfe der OneFleet-App neue Daten speichert. Letztere trackt die aktuelle Situation auf dem Mittelmeer sowie Infos zu Booten in Seenot.

Das SARchive soll zukünftig eine einheitliche Datenbasis schaffen, auf die sowohl NGOs als auch Forscher:innen und Journalist:innen für ihre Arbeitszwecke zugreifen können. Das Archiv dient damit auch als interdisziplinäre Schnittstelle für kollaborative Arbeit. Ziel ist es, durch umfangreiche Daten mehr Transparenz in die Debatte um Migration, die von Hetze und Fake-News geprägt ist, zu bringen.

An wen richtet sich euer Tool?

Die Zielgruppe besteht zunächst aus Akteur:innen der zivilen Seenotrettung. Das SARchive soll ihnen helfen, Lagebilder zu erstellen und ihre Rettungsmissionen zu verbessern. Außerdem haben sie die Möglichkeit, ihre selbst erhobenen Daten mit anderen zu teilen sowie auf Daten anderer zuzugreifen.

Interessierte Journalist:innen und Forscher:innen sollen Zugang zu Material für Studien- und Recherchezwecke erhalten. Dies dient auch dazu, die Öffentlichkeit über die Situation zu informieren und Aufklärung in den Diskurs um Migration zu bringen.