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microG

Marvin Wißfeld  

Welches Problem willst Du mit Deinem Projekt lösen?

microG ist ein Projekt, das es ermöglicht, Android-Apps, die eigentlich Google-Play-Dienste nutzen, auch ohne diese auszuführen. Die Google-Play-Dienste sind eine nicht-offene Erweiterung des Android-Betriebssystems, die auf den meisten modernen Android-Smartphones vorinstalliert ist. Viele Apps nutzen diese Dienste und funktionieren ohne sie gar nicht oder schlechter. Mit microG ist es möglich, diese Apps auch dann vollständig zu nutzen, wenn man die Google-Play-Dienste von seinem Smartphone entfernt. Dabei kann der Nutzer genau auswählen, welche Dienste von Google er weiterhin nutzen möchte, private Daten werden dabei in jedem Fall verschleiert. Im Rahmen dieses Projektes wird microG insbesondere um Unterstützung für Smartwatches mit Android Wear erweitert und die Kartenfunktion runderneuert.

Wie löst Dein Projekt das Problem?

microG besteht aktuell aus einer Reihe von Modulen, deren technische Struktur durch die vorgegeben Schnittstellen von Google definiert wird. Diese Schnittstellen müssen per Reverse-Engineering ermittelt werden, da Google sie nicht offen dokumentiert hat. Sobald Google Änderungen an den Schnittstellen vornimmt oder Funktionen hinzufügt, müssen sie auch in microG entsprechend umgesetzt werden, was eine fortlaufende Pflege erfordert. Natürlich reicht es nicht nur, die Schnittstellen zu kennen, denn häufig ist hinter diesen eine komplexe Funktion versteckt.
Für die Funktion zur Darstellung von Karten (im Original mit Google Maps) soll eine Bibliothek von MapBox eingesetzt werden.
Für die Unterstützung von Android Wear muss die Logik und Kommunikation mit der Smartwatch komplett selbst-entwickelt werden. Dabei ist eine Zusammenarbeit mit GadgetBridge geplant, deren App bereits einige einfache Smartwatches ansteuern kann und dabei komplett Open-Source ist.

An wen richtet sich Dein Tool?

microG richtet sich an alle, die nicht bereit sind, ihre privaten Daten mit Google oder Apple zu teilen, aber dennoch alle Apps benutzen wollen, die sie für eine gesellschaftliche Teilhabe benötigen. Da die Installation von microG auf vielen Smartphones nicht ohne weiteres möglich ist, ist eine Person mit technischem Know-How erforderlich. Nach erfolgreicher Einrichtung und Einführung kann aber jeder microG benutzen und auf dem aktuellen Stand halten.

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