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Growing Futures

Andreas Gmeiner , Nic Dürr  

Welche gesellschaftliche Herausforderung wird mit eurem Prototypen adressiert?

Klimawandel, Nitratbelastung in Gewässern und das Artensterben sind zu Teilen auf die derzeitige agro-chemische und industrielle Form der Landwirtschaft zurückzuführen. Der Preisdruck auf dem Markt hindert viele Landwirte daran ihre Anbaumaßnahmen so auszugestalten, dass obige Herausforderungen adressiert werden können. Innerhalb von Solidarischen Landwirtschaften wird durch die feste Zusage der Finanzierung den Bauern und Bäuerinnen die Möglichkeit gegeben, diese Herausforderung trotz allem anzugehen. Dieses Konzept trägt und zeigt einen Weg in die Zukunft. Durch die geringe Flexibilität für Abnehmer bedienen SoLawis jedoch bisher nur einen kleinen Nischenmarkt. „Growing Futures“ soll es SoLawis und Gärtnern und Gärtnerinnen ermöglichen ein größeres gesellschaftliches Segment anzusprechen, ihren Markt zu vergrößern, um dadurch die Natur, die Artenvielfalt und das Klima zu schützen.

Wie geht ihr das Problem an?

Das Projekt ermöglicht es landwirtschaftlichen Betrieben, die an SoLawis teilnehmen, jedem Mitglied einen maßgeschneiderten Anteil der Produkte die es im Laufe des Jahres beziehen will in den entsprechenden Mengen anzubieten. Das funktioniert dadurch, dass SoLawi-Mitglieder während des Jahres oder zu Beginn der Saison das Gemüse, welches sie in der kommenden Ernte beziehen wollen, angeben (Sorte und ungefähre Menge). Diese Eingabe wird unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen des Hofes in eine gärtnerisch umsetzbare Anbauplanung umgewandelt, welche diesem als Grundlage für den Gemüsebau dienen kann. Basierend auf der wöchentlichen Ernte werden Mitgliedern dann nach ihren Wünschen errechnete Anteilsmengen bereitgestellt. Wenn alles ordentlich wächst und die Anbauplanung stimmt erhält jeder was er gerne will.
Technisch soll „Growing Futures“ eine modulare Verknüpfung mehrer Bausteine sein. Die zentralen Elemente der Software sind die Aufnahme der Präferenzen der Mitglieder, die Errechnung individualisierter Ernteanteile für die Mitglieder sowie die Anbauplanung für den Gärtner welche auf Grundlage der Präferenzen der Mitglieder sowie der Charakteristiken der Anbauflächen erfolgt. Die Funktionalität der obigen Module wir in containerisierten Backendkomponenten gekapselt, die via RESTful APIs mit den Frontend Komponenten kommunizieren. Die Backend-Komponenten werden so implementiert, dass sie auch in andere Softwarelösungen im SoLawi-Bereich integrierbar sind. Um sicherzustellen, dass die ganze SoLawi-Community einen Mehrwert daraus zieht sind wir vor, während und nach der Projektlaufzeit in engen Kontakt mit anderen Entwicklern im Bereich der solidarischen Landwirtschaft. Das von uns bereitgestellte Frontend für die Software werden mehrere auf auf vue.js basierende Webapps sein mit welchen sowohl die Mitglieder, die Organisatoren und die Gärtner mit der Software intuitiv interagieren können.

An wen richtet sich euer Tool?

Das Projekt richtet sich an bestehende SoLawis, welche ihre Anbauplanung flexibilisieren wollen, um dadurch eine größere Retentions-Rate ihrer Mitgliedern zu erhalten.
Außerdem an Landwirtschaftliche Betriebe, die Interesse an dem Konzept solidarische Landwirtschaft haben und eine Anbauplanung in der neuen komplexeren Situation zur Verfügung bestellt bekommen, was die Umstellungsschwierigkeiten mitigieren kann.
Und: Verwaltungen von SoLawis, die die Ausgabemengen der SoLawi auf diese Art und Weise individuell ausgestalten können.

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