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Festival Grid

Michael Zöller  

Welche gesellschaftliche Herausforderung willst Du mit Deinem Prototypen adressieren?

Die alternative Festivallandschaft in Europa wächst und wächst (2018: 3 Millionen Veranstaltungen, 400 Millionen Gäste), leider oft noch ohne das nötige Verständnis für ökologischen Footprint und nachhaltigen Betrieb: Open-Air Events sind Orte, an denen enorm viel Strom verbraucht wird – häufig aus schlechten, fossilen Energiequellen, die dem Klima schaden – und dass eigentlich nur zur Unterhaltung. Allerdings können Festivals auch Orte gesellschaftlichen Wandels sein, wo neue Verhaltensweisen schnelle Verbreitung finden, zum Beispiel vegetarische/vegane Kost, gender-Diversity oder eben dem Umgang mit natürlichen Ressourcen.
FestivalGrid ist ein modulares Framework zur Echtzeit-Evaluierung des Energieverbrauchs auf Kulturveranstaltungen und Festivals mit Hilfe von günstigen Hardware-Elementen und OpenSource Software. Wir wollen durch Echtzeit-Messung aller Verbraucher-Kompartimente eines Events das Bewusstsein für den ökologischen Impact solcher Veranstaltungen schaffen.

Wie gehst du das Problem an?

Veranstalter*innen wollen wir durch detaillierte Statistiken und Echtzeitregulierung darin unterstützen, ihre Veranstaltunen klimaneutral zu konzipieren. Besucher*innen wollen wir schon auf dem Event aufzeigen, wie viel Energie die jeweiligen Angebote verbauchen. Ziel ist es, ein Umdenken in der Veranstaltungskultur zu bewirken und eine Entwicklug hin zu klimaneutralen Veranstaltungen zu unterstützen.
Die Stromverbrauchsdaten werden mithilfe von günstigen, Open Source– Soft- und Firmware basierten Geräten erhoben (z.B. Sonoff POW mit Sonoff- Tasmota oder RaspberryPi + SmartPi). Die Echtzeit-Daten werden per W-LAN oder GSM übertragen, vor Ort zentral auf einem in Django implementierten Server gespeichert (kein Internet nötig) und mit Hilfe einer Cordova-App in Echtzeit auf Mobilgeräten sichtbar gemacht.
Auf den Server greift auch die Echtzeitvisualisierung für Gäste zu. Auf einer Karte (Leaflet) wird die Topologie des Stromnetzes von den Admins definiert. Für jedes Endgerät können zeitbasierte Regeln für ein ökologisches Verbrauchsmanagement, Warnungsmeldungen und Notabschaltung konfiguriert werden. Die Kommunikation zwischen Messgeräten, Server und Clients finde über eine REST API statt. Notifications werden über Websockets zwischen App und Server übertragen. Die statistische Auswertung erfolgt grafisch innerhalb des Admin-Interfaces und als Export der Daten als Excel-Tabelle.
Zur Dokumentation gehört auch die Anleitung zum Aufspannen eines eigenen, stabilen Wlans über große Außenbereiche und die sichere und stabile Verwendung der Messeinheiten.

An wen richtet sich Dein Tool?

Zielgruppe sind Veranstalter*innen und Besucher*innen von Open-Air Kulturveranstaltungen. Da FestivalGrid als reines Softwareprojekt wenig Aussicht hat, von anderen Festival-Crews aufgenommen zu werden ist die Dokumentation und das Anbieten von Anleitungen ein wichtiger Part des Projekts. Veranstalter sollen bei der Umsetzung des Systems unterstützt werden.

Logo: Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Logo: Open Knowledge Foundation Deutschland