Project status: In Arbeit

Chatmosphere 2.0: Skalierung aka fluide Break-Out-Rooms

Wir erweitern Chatmosphere um Break-Out-Rooms und machen es stabiler.

Anke Riemer, David Grieshammer, Christian Ivanis
#Round10  #Gruppen-/Selbstorganisation  #Web-Apps 

Welche gesellschaftliche Herausforderung adressiert euer Prototyp?

Die Ausgangsbeschränkungen des letzten Jahres haben die Wichtigkeit für digitalen Austausch als ein Mittel gegen Vereinsamung und für gesellschaftlichen Zusammenhalt bewiesen. Der Großteil der bestehenden Tools verhindert jedoch dynamische Gesprächsprozesse und erschwert die Inklusion von unerfahrenen oder introvertierten Gesprächsteilnehmer*innen. Das informelle, dynamische Gespräch, das oftmals die Keimzelle für Interessengemeinschaften und Aktivismus darstellt, wird erschwert. Wir konnten mit dem ersten Prototypen beweisen, dass wir informellen Austausch gestalten können, jedoch behindert die Limitierung der Gruppengröße die Adaption durch andere Communities.

Fluide Break-Out-Rooms (also die Möglichkeit einer Großgruppe, sich selbstorganisiert in Einzelgruppen aufzuteilen) und Stabilität bei großen Gruppen werden in unseren Erhebungen und Tests als primäre Gründe genannt, weshalb Tools wie Zoom immer noch bevorzugt werden. Wir wollen das Potential von Chatmosphere ausbauen und eine souveräne und dezentrale Alternative weiterentwickeln – wieder mit dem Fokus auf persönliche, dynamische Interaktion.

Wie geht ihr das Problem an?

Chatmosphere wurde in Runde 8 des Prototype Funds entwickelt und bietet dynamische, informelle Video-Calls. Die Bedienlogik wird positiv aufgenommen – so positiv, dass immer größere Gruppen Chatmosphere nutzen wollen. Wir konnten zeigen, dass die Interaktions-Patterns funktionieren. Wie kann nun die Gruppengröße skaliert werden, ohne dass die persönliche Interaktion verloren geht?

Nachdem wir den fluiden Wechsel zwischen Gesprächspartner*innen gestaltet haben, wollen wir einen fluiden und (CPU-)ressourcenschonenden Wechsel zwischen Gesprächsgruppen ermöglichen. Das Projekt basiert auf der Jitsi Videobridge (WebRTC), somit ist der Technologie-Stack relativ klar umrissen (React, Typescript, Jitsi API). Mit Hilfe von Jitsi Conference Focus erwarten wir, dass Videostreams von Teilnehmer*innen, die gerade nicht im Fokus eines*einer Teilnehmer*in stehen, ausgeblendet werden können.

Auf Seiten der Infrastruktur liegt der Fokus auf verbesserter Performance der peer-to-peer Videoübertragung bei mehr Nutzer*innen. Des Weiteren haben wir vor, Raum-im-Raum-Konzepte zu explorieren, zu erproben und zu gestalten. Die forschungsbasierte Entwicklungsarbeit soll auch in dieser Erweiterung von Chatmosphere primär auf dem User Interface Design liegen.

An wen richtet sich euer Tool?

Aus den Erkenntnissen im Betrieb der virtuellen Bar bei Trink-Genosse sowie Demos und Events in Chatmosphere leiten sich als Zielgruppen ab: Bars und Cafés (in Krisenzeiten), Maker-Spaces und Meet-Ups, virtuelle Co-Working-Spaces, virtuelle Hackathons/Workshops/Design-Sprints, Konferenz-Veranstalter*innen sowie Gruppen, die nicht „digital native” sind (z. B Mama’s Nähkreis) und Privatpersonen.

Chatmosphere wird unter https://trink-genosse.de/virtuelle-bar/ an der “Theke” genutzt und wurde für Workshops und Meetups angefragt und getestet. Wir können somit auf ein gutes Netzwerk für Tests und Feedback zurückgreifen.