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Prototype Blog · 18.Oct 2018

Perspektivwechsel

Das Team vom Prototype Fund hat Besuch und dadurch einen Einblick in die Civic-Tech-Szene in Europa aus ostasiatischer Perspektive bekommen.

Drei Gedanken dazu möchten wir mit euch teilen.

Unsere Besucherin Aiya Hsu ist die erste Vertreterin der Open Culture Foundation in Europa. Sie nutzt die Sommermonate, um durch Europa zu reisen und verschiedene Civic-Tech-Projekte und -Organisationen kennenzulernen.

Bei unserem Treffen ging es viel um den Prototype Fund und welche Learnings wir nach den ersten Förderrunden gesammelt haben. Aiya kommt ursprünglich aus Taiwan und ist auch Teil der g0v-Community, die einen eigenen Prototype Fund nach unserem Vorbild in Taipeh aufgebaut haben, den Civic Tech Prototype Grant.

Zwei Dinge sind uns im Gespräch aufgefallen:

Aiya hat sich mit uns darüber ausgetauscht, wie man die Attraktivität eines Förderprogramm von Runde zu Runde aufrecht erhalten kann. Wir werden jede Runde aufs Neue von den tollen, kreativen und beeindruckenden Bewerbungen überrascht und wir glauben, dass die unterschiedlichen Themenschwerpunkte unserer einzelnen Bewerbungsrunden dazu beitragen. Somit können wir immer wieder neue Communities ansprechen und sie dafür begeistern, sich mit ihren Ideen zu bewerben. In diesem Sinne: Habt ihr schon den Themenschwerpunkt für unsere 5. Runde gesehen?

Ein Unterschied zwischen den Prototype Funds aus Berlin und Taiwan ist die Höhe der Fördersumme. Bei g0v werden 10.000 bis 16.000 USD pro Projekt vergeben, das heißt, die Entwickler*innen finanzieren sich nie vollständig über den Fund, sondern bringen bereits eine Community und Ideen für eine nachhaltige Weiterentwicklung mit. Manche der Projekte finden so nach Ende der Förderphase schneller Anschlussfinanzierung oder können das Projekt mit einem Geschäftsmodell in die Nachhaltigkeit führen. Da wir unsere Projekte auch über die Förderphase hinaus unterstützen wollen, ist das ein Punkt, über den wir länger nachdenken werden.

Anschließend ging es noch zum OK-Lab-Treffen, wo Aiya die g0v-Community genauer vorgestellt hat. Neben der spannenden Entwicklung der Bewegung, die mit activism to hacktivism anfing und mittlerweile Taiwans Digitalministerin stellt, waren wir vor allem von einem begeistert: Alle zwei Monate organisiert g0v einen Hackathon mit über 100 Teilnehmer*innen. Das Geheimnis? Sehr gutes Essen vor Ort und eine bunt gemischte Schar an Personen. Nur 40% der Teilnehmer*innen sind Entwickler*innen, der große Rest hat einen Hintergrund in Design, Research, Politik, Soziologie, Geschichte, you name it. So finden sich diverse Teams, die Ideen schneller und ganzheitlicher vorantreiben können.

Die Mischung macht’s eben! Ein Punkt, den wir mit dem Prototype Fund auch verfolgen und von dem wir hoffen, dass er sich in der Tech-Community in Deutschland auch mehr durchsetzt.

Perspektivwechsel
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